Nachdem ich nun schon seit dem Erscheinen von Fedora 10 am Testen bin, hier kurz meine Erfahrungen:
- mein Laptop ist ein Thinkpad T500 mit einer RadeonHD und einer Intel-Grafikkarte – beide werden von neuen grafischen Bootloader Plymouth nicht unterstützt, somit hat man nur einen einfachen Statusbalken. Unter beiden Grafikkarten lassen sich die KDE-Desktop-Effekte nicht produktiv nutzen; die Radeon-Karte verweigert total und mit der Intel-Karte friert das System zufällig (meist nach etwa 30 min) plötzlich komplett ein.
- Wird Festplattenverschlüsselung verwendet, so gibt es anscheinend ein Problem mit den Keyboard-Layout bei der Eingabe des Passworts beim Boot – man muss sich das englische Keyboard vorstellen
- Virt-Manager funktioniert nach dem Deaktivieren von SELinux sehr stabil, das laufende virtuelle WindowsXP frisst dazu kaum Resourcen (dank KVM) und reagiert flüssig.
- SELinux sollte allgemein deaktiviert oder zumindest auf Permissive gesetzt werden – es schadet mehr als es nützt und macht durch unnötige Blockaden viele Aktionen gähnend langsam.
- Die Festplattenverschlüsselung bringt keine spürbaren Geschwindigkeitsnachteile (verschlüsselt wird die komplette Volume-Group mit Swap, Root und Home).
- Auf einem getesten Laptop funktionierte nach dem Einspielen der bereits vorhandenen Updates der Sound nicht mehr, was vermutlich mit einer Crash-Meldung nach dem KDE-Login zusammen hängt.
- Auf den Installationsmedien befindet sich KDE 4.1.2, KDE 4.1.3 wird bereits über Updates angeboten, OpenOffice 3 ist von Haus aus dabei.
- WLAN funktioniert problemlos.
- Die Bluetooth-Tools von KDE4 sind kaputt (distributionsübergreifendes KDE4-Problem)
Alles in allem bleibt dennoch der Eindruck eines stabilen, schnellen Systems. Zwar sind noch nicht alle Bereiche fehlerfrei und die Bugtracker-Listen werden sich die nächsten Wochen sicherlich noch weiter füllen, aber die Hoffnung auf baldige Updates ist groß und RedHat hat dies auch in der Vergangenheit bewiesen.
PS: als kleiner Seitenhieb bzw. Trost: der Fedora-Release-Zyklus ist kürzer als die Zeitspanne die Microsoft für den ersten Service-Pack nach einem Release benötigt.