“Der deutsche Bürger hat noch nicht erkannt, wie ernsthaft die Bedrohung durch den Terrorismus für ihn ist!” – so und ähnlich lauten die Aussagen, die von deutschen Politikern gebetsmühlenartig wiederholt werden. Aber auch in Österreich ist die Situation gleich, wie eine Email-Anfrage von mir bei der ÖVP bewies.
Wie leben in ständiger Angst, nicht aber vor Terroristen sondern vor Politikern, die uns die Privatsphäre zu unserem eigenen Wohl wegnehmen wollen.
Zitat aus heise-online: ” Die Möglichkeit zu heimlichen Online-Durchsuchungen von Computern ist nach Ansicht von Beckstein dringend erforderlich , weil das Internet das ‘führende Medium für Terroristen’ geworden sei”.
Die Aussage ist vergleichbar mit ‘9 von 10 Terroristen essen vor einem Anschlag Brot’, oder ‘7 von 10 Terroristen besitzen einen PKW’. Wo aber bleiben hier die schützenden Maßnahmen? Wo bleiben die Bäckermeister, die an der Kassa nach dem biometrischen Ausweis bitten? Wo sind die Verkehrspolizisten, die hinter jeder Ecke die Autonummer mit für Terroristen typischen Kennzeichen vergleichen, wie ‘Allah 44′?
Onlinedurchsuchungen und Vorratsdatenspeicherung sind im Prinzip nichts anderes als gefährlicher Aktionismus; von Personen beschlossen, die nicht den Unterschied zwischen Firefox und Internet Explorer kennen. Jeder Netzwerktechniker, Programmierer und Systemadministrator weiß, dass man nie 100%ige Sicherheit erreichen kann und das eine Überwachung des gesamten Internets total sinnlos wäre. Sobald eine Nachricht verschlüsselt gesendet oder gespeichert wird, scheint es sich einerseits um Datenmüll o.ä. zu handeln, und müsste, falls sie entdeckt würde, erst geknackt werden. Und auch das Filtern nach verschlüsselten Daten bringt nichts, da nicht jede verschlüsselte Datei von einem Terrorist stammt.
Allein das Datenaufkommen am größten deutschen Internetknoten erreicht zu Spitzenzeiten 140GBit – das entspricht 4 herkömmlichen DVDs pro Sekunde! Kein Rechner bietet genügend Leistung, um in diesen Mengen nach Daten zu suchen, und wird die Suche verteilt ausgeführt, müsste man die Knoten wieder untereinader vernetzen – technisch nur mit großem finanziellen Aufwand möglich, wen überhaupt. Von Sinnhaftigkeit, Nutzen und Trefferquote kann hier keine Rede mehr sein.
-glua