Archive for July, 2007

ein Hauch von Gefahr

Sunday, July 29th, 2007

“Der deutsche Bürger hat noch nicht erkannt, wie ernsthaft die Bedrohung durch den Terrorismus für ihn ist!” – so und ähnlich lauten die Aussagen, die von deutschen Politikern gebetsmühlenartig wiederholt werden. Aber auch in Österreich ist die Situation gleich, wie eine Email-Anfrage von mir bei der ÖVP bewies.

Wie leben in ständiger Angst, nicht aber vor Terroristen sondern vor Politikern, die uns die Privatsphäre zu unserem eigenen Wohl wegnehmen wollen.

Zitat aus heise-online: ” Die Möglichkeit zu heimlichen Online-Durchsuchungen von Computern ist nach Ansicht von Beckstein dringend erforderlich , weil das Internet das ‘führende Medium für Terroristen’ geworden sei”.

Die Aussage ist vergleichbar mit ‘9 von 10 Terroristen essen vor einem Anschlag Brot’, oder ‘7 von 10 Terroristen besitzen einen PKW’. Wo aber bleiben hier die schützenden Maßnahmen? Wo bleiben die Bäckermeister, die an der Kassa nach dem biometrischen Ausweis bitten? Wo sind die Verkehrspolizisten, die hinter jeder Ecke die Autonummer mit für Terroristen typischen Kennzeichen vergleichen, wie ‘Allah 44′?

Onlinedurchsuchungen und Vorratsdatenspeicherung sind im Prinzip nichts anderes als gefährlicher Aktionismus; von Personen beschlossen, die nicht den Unterschied zwischen Firefox und Internet Explorer kennen. Jeder Netzwerktechniker, Programmierer und Systemadministrator weiß, dass man nie 100%ige Sicherheit erreichen kann und das eine Überwachung des gesamten Internets total sinnlos wäre. Sobald eine Nachricht verschlüsselt gesendet oder gespeichert wird, scheint es sich einerseits um Datenmüll o.ä. zu handeln, und müsste, falls sie entdeckt würde, erst geknackt werden. Und auch das Filtern nach verschlüsselten Daten bringt nichts, da nicht jede verschlüsselte Datei von einem Terrorist stammt.

Allein das Datenaufkommen am größten deutschen Internetknoten erreicht zu Spitzenzeiten 140GBit – das entspricht 4 herkömmlichen DVDs pro Sekunde! Kein Rechner bietet genügend Leistung, um in diesen Mengen nach Daten zu suchen, und wird die Suche verteilt ausgeführt, müsste man die Knoten wieder untereinader vernetzen – technisch nur mit großem finanziellen Aufwand möglich, wen überhaupt. Von Sinnhaftigkeit, Nutzen und Trefferquote kann hier keine Rede mehr sein.

-glua

schwere Gedanken

Friday, July 27th, 2007

“Revolutionäre sterben immer jung”, kommt es mir entgegen. Che Guevara muss im selben Atemzug als Beweis für die Behauptung herhalten. “Ich habe schon 4 Jahre mehr Lebenserfahrung als du, außerdem habe ich eine höhere Bildung”. Ich gehe, sage gerade noch ‘Tschau’. Verwirrt bin ich und verärgert zugleich. Die Person, mit der ich sprach kennt mich kaum. Auch Stunden später quälen mich noch die Überlegungen, wie die Person zu diesen Aussagen kam. “Höhere Bildung” – die Person meint damit die 3 jährige FH. Nicht schlecht, aber auch nicht so hoch, dass ich aufschauen müsste. Außerdem ist das Schulsystem sowieso im Eimer – darüber waren wir uns davor schon einig.

Es ging weder um Anarchismus noch um Revolutionen – es ging allein um meinen Traum, dass freie Software und das Distributionsprinzip herkömmlichen Betriebssystemen überlegen ist. Mein Gegenüber erklärte mir, dass er nicht gegen den Strom schwimmen möchte, solang er es irgendwie vermeiden kann. Sowas trifft mich – ich mag Zombies nicht. Und doch war er noch sehr sympathisch. Jetzt wirkt er auf mich überheblich und arrogant. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er das hier lesen wird. Und wenn ja, wird er sich und mich erkennen.

Träume und Visionen sind für mich wichtig – sie geben mir eine Richtung und einen Grund für mein Handeln. Und damit müssen andere leben können, dass ich meine eigenen Vorstellungen habe. Ich will nicht gegen den Strom schwimmen, ich will meine Lebensphilosophie umsetzen. “Tue dass, was für die Gemeinschaft und für dich am besten ist”. Die Gemeinschaft sind wir alle und ohne ‘ich’ kann ich auch nicht in der Gemeinschaft sein. Aber es hatte auch etwas Gutes, es gab mir einen Anstoß zum Nachdenken und bestätige mir, dass ich meinem Weg treu bleiben möchte.

-glua

(m)ein Traum von Freiheit

Friday, July 13th, 2007

Mein Traum von Freiheit handelt von der Freiheit der Computerbenutzer. Er beginnt dort, wo sich Anwender keine Gedanken mehr machen müssen, ob die von ihnen rechtmäßig erworbene Musik auch legal abgespielt werden darf. In einer Welt, in der man nicht automatisch illegal wird, nur weil man DVD-Videos mit freier Software abspielt. Und in einer Zeit, in welcher Kunden sich keine Sorgen machen müssen, ob eine Fotokamera Videos in einem Format aufnimmt, dass an ein bestimmtes System gebunden ist und durch Patente verteidigt wird.

Doch wo ist der Weg zu diesem Traum? Welche Schritte müssen gegangen werden. Eines ist sicher – es ist ein steiniger und langer Weg, die Begleiter sind Frust und Hoffnungslosigkeit. Zuviel Dokumente, Filme, Videos und andere Dateien müssen in freie Alternativen transferiert werden. Die Hersteller versuchen durch immer neue Versionen von Codecs dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Per Gesetz werden auch die letzen legalen Methoden aus den Fesseln von propritären Formaten verboten.

Die Industrie ist mächtig – und wenn wir einen Zwischensieg erreicht haben, also eine für Hersteller bedeutende Anzahl an Linux-Usern, wird eine neue Front anbrechen. Denn dann wird die Kommerzialisierung von freier Software beginnen – das Linux mit M$-Lizenz. Und auch dieser Kampf wird lange dauern, denn ab diesem Zeitpunkt muss auch der Durchschnittsuser verstehen, dass Linux-Software nicht gleichbedeutend ist mit freier Software, freien Formaten und patentfreien Algorithmen. Der Hoffnungsschimmer besteht darin, dass wenn ein Hersteller seine Chance in der Verwendung von freien Schnittstellen sieht und diese geschickt nutzt, der Benutzer die Vorteile davon erkennt. Er wird feststellen, dass er mit freien Formaten keine instabilen Quicktime- oder Real-Codecs mehr benötigt und seine Werke unter jedem System gleich gut aussehen und funktionieren.

Das ist mein Traum – doch ich werde noch viel Schlafen müssen, bis er zu Ende geträumt ist und sich die Vision als wahr erweist. Und deshalb fang ich jetzt damit an :)

-glua

für eine freie Welt

Sunday, July 1st, 2007

Die Linux-Einsteiger-LAN ist seit Samstag Mittag zu ende. Leider waren weniger Einsteiger als erhofft anwesend, doch das Kennenlernen von anderen Linux-Usern machte die Enttäuschung schnell wett.

Das Netculture-Lab in Dornbirn bot für unsere LAN einen sehr guten Raum (auch wenn mehr Tische sicher fein gewesen wären).

Für die kleinen Linux-Wehwechen gibts von Open4Free eine Support-Mailingliste und Advanced-Linux-User können sich bei den Open4Free-GeekNights beteiligen.

-glua

Internetprobleme

Sunday, July 1st, 2007

Die letzten Tage gibt es leider vermehrt Probleme Open4Free und dessen Dienste zu erreichen. Zunächst lag es an einem durchgebrannten Kabelmodem – und seither scheint mein Provider Cablecom Netzprobleme zu haben.

Die Cablecom-Administratoren sollten sich einen Satz merken, den ich bei meinem Einstellungsgespräch zu hören bekam: Wenn du deine Arbeit unter der Woche gut machst, hast du am Wochenende nichts zu reparieren.

Um solche Probleme in Zukunft zu vermeiden, wäre es möglich den Open4Free-Server in ein Rechenzentrum zu verlegen. Doch die Kosten für einen zusätzlichen Server und Hosting-Platz übersteigen das Budget von O4F bei weitem. Man wird sehen, was die Zukunft bringt – eine ungenannte Option ist noch offen.

-glua