“Ich nehme jenes System, dass am besten für die Aufgabe geeignet ist”. Diesen Satz hört man öfters. Ich höre ihn oft von Windows-Sysadmins, die evtl. schon einmal einen Linux-Screenshot gesehen haben. Laut ihnen ist Linux oft nur etwas für Profis und Webserver, für alles andere müssen konservative Closed-Source-Firmen wie Microsoft, Apple und Oracle her.
In Diskussionen werden dann Linux-Befürworter oft zu Fanatikern degradiert, mit angeblich leichtsinnigen Denkweisen. Es wird auch die Begründung angeführt, der Markt wolle kein Linux – was natürlich auch von ihrer Anti-Linux-Propaganda herrührt.
Ich befürworte Linux in eigentlich allen Bereichen – auch für Einsteiger. Letztere kennen meist sowieso nicht den Unterschied zwischen Vista, Leopard und einer Linux-Distribution. Ihnen ist es auch egal, ob ein System kompliziert ist, denn für jede technische Handlung (Installation, etc.) wird sowieso der Computertechniker kontaktiert.
Aber zurück zum Argument ‘am besten geeignet’. Hier zeichnet sich OpenSource-Software durch seine freien Formate besonders aus. Anwender, die eine Datei im OpenDocument-Format zugesendet bekommen, müssen nicht um mehrere hundert Euro MS Office erwerben, sondern können gratis OpenOffice installieren. Bei Musik- und Video-Formaten (Vorbis, Theora) müssen keine Lizenzen zum Dekodieren bezahlt werden, sondern lassen sich auch problemlos mit freier Software nutzen. Freie Software, welche die Formate MP3, MPEG usw. unterstützt, bewegt sich meist in einer rechtlichen Grauzone.
In vielen anderen Bereichen (grafische Oberfläche, Sicherheit, Packet-Management) ist Linux dem Microsoft-Betriebssystem sowieso schon weit voraus.
Ich wünsche mir für die Zukunft, dass es bei der Thematisierung Linux vs Windows nicht gleich zu Vereinfachungen wie angeblichen blinden Fanatismus kommt, sondern auf einer sachlichen Ebene mit einer nachhaltigen Perspektive (also auch mit Blick auf Standards, Herstellerunabhängigkeit sowie Kontrolle über den eigenen PC) geführt wird.